Bereitet dem Herrn den Weg

Tagesgebet: Allmächtiger und barmherziger Gott, deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg. Lass nicht zu, dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern, deinem Sohn entgegenzugehen. Führe uns durch dein Wort und deine Gnade zur Gemeinschaft mit ihm, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. 

Bibelstellen zum 2. Adventsonntag: 

  • 1. Lesung: Bar 5,1-9 – Jerusalem, die zerstörte und verlassene Stadt, soll durch Gottes Heilshandeln in neuem Glanz erstehen, indem Gott seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit an ihr erweist und die im Exil lebenden Israeliten heimführt. 
  • 2. Lesung: Phil 1,4-6,8-11 – Der Gemeinde von Philippi ist Paulus besonders verbunden. Die Liebe zu Gott, so betet Paulus möge in den Philippern jenes Gespür hervorbringen, das im Alltag zu unterscheiden weiß und die Dinge im Licht Gottes beurteilen kann. 
  • 3. Evangelium: Lk 3, 1-6: Johannes wird zum Wegbereiter des Heiles Gottes. Jesus ist dieses Heil in Person, denn in Jesus bekommt dieses Heil für alle Zeiten ein menschliches Angesicht. 

Einige Überlegungen zum Nachdenken: 

Johannes der Täufer ist nicht berühmt, weil er viel Macht oder großen Einfluss hatte. An seinen Namen und seine Persönlichkeit erinnern wir uns heute noch, weil er derjenige war, der auf Jesus gezeigt hat und auf ihn hingewiesen hat, d.h., öffnet eure Herzen, erkennt, dass Jesus unsere Welt und unser Leben verändern will. Johannes zeigt auf, dass Versöhnung bei Jesus wichtiger ist, als unbedingt Recht zu behalten. Bei Jesus haben die Menschen Ansehen, auf die sonst keiner achtet: Ausgestoßene , Arme, Kinder. Er zeigt auf, dass jeder Mensch vor Gott wichtig und angesehen ist. Gottes Maßstäbe sind eben anders als die Maßstäbe unserer Welt. 

Wir alle , ob groß oder klein, ob reich oder arm, ob bedeutend oder unbedeutend, wir alle haben die Schluchten zu füllen, Berge abzutragen und die Wege zu ebnen. 

Am Ende des Weges steht das Reich Gottes! 

Rorate – Gottes Licht in der Dunkelheit

Gebet: Herr, unser Gott, du bist in deinem Sohn zu uns in diese Welt gekommen, die sich in ihrem Herzen nach Heilung sehnt. Schenke allen Menschen, die in der Dunkelheit des Lebens auf deine Hilfe hoffen, die Erfahrung deines lebensspendenden Lichtes. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. Amen. 

Meine Gedanken für Sie/Euch: 

Bei Rorate hält die Kirche in der Dunkelheit Gottesdienste ab. Jeder normale Mensch wird vielleicht sagen: „Verrückt, so früh aufzustehen. Wie kann man nur…“ 

Als Christen gehen wir in der Adventzeit ganz bewusst in die Dunkelheit, denn in der Dunkelheit kommen wir mit unterschiedlichen Erfahrungen unseres Menschseins in Berührung. Zum einen wird die Nacht uns hoffentlich einen erholsamen Schlaf schenken. Oder aber wir erleben einsame , qualvolle Stunden der Schlaflosigkeit, weil uns unsere Sorgen und Ängste quälen. In der Dunkelheit kann ich auch die Erfahrung machen, dass ich meine Orientierung verliere – die Redewendung bringt es auf den Punkt:“ Ich tappe im Dunkeln.“ Aber – in der Dunkelheit sind die normalen Ablenkungen des Tages nicht mehr möglich, denn sie schenkt uns die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen. In der Stille kommt vielleicht die tiefste Sehnsucht von einer heilen Welt, von Frieden, Geborgenheit und glücklichen Beziehungen. 

In der heiligen Schrift erfahren wir, dass Jesu ganz bewusst in die Dunkelheit ging, „um zu beten.“ Dort war er allein, war er mit seinem Vater verbunden, und so konnte er seinen Weg sicher weiter gehen. 

Ich denke, auch wir brauchen Gebetszeichenen, in denen wir Licht und Kraft erfahren. Gerade die Adventzeit und die Roratemesse können uns Sternstunden erleben lassen, dass Gott schon da ist und auf uns wartet. Dadurch können wir erfahren, dass Gott mit uns geht, dass er uns einen gangbaren Weg aus unserer Dunkelheit des Lebens zeigt. 

Gott spricht uns Mut zu und möchte uns dabei neue Perspektiven für unser Leben aufzeigen:

Jeder und jede von uns kann seine ganz persönliche Sternstunde erleben und erwarten!

Eure Erlösung ist nahe …

Wir stecken mitten in der Pandemie – Corona schlägt wieder zu. Überall gibt es Einschränkungen, auch in der Kirche. Ich hoffe, dass ich in der nächsten Zeit mit meinen Gedanken zu den Adventsonntagen einen kleinen Beitrag leisten kann. 

1. Adventsonntag: Heute hören wir das Wort Jesu, das und aufrichtet: Eure Erlösung ist nahe! Denn er selbst, unser Herr und Erlöser, will uns begegnen in seinem Wort und in inniger Verbindung mit ihm. 

Tagesgebet: Herr, unser Gott, alles steht in deiner Macht; du schenkst das Wollen und Vollbringen. Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten, damit wir den Platz zu seiner Rechten erhalten, wenn er wiederkommt in Herrlichkeit. Er, der in der Einheit des Hl. Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Bibelstellen zum heutigen Tag: 

  • 1. Lesung: Jer 33, 14-16 
  • 2. Lesung: 1 Thess 3, 12-4,2 
  • Evangelium: Lk 21, 25-28.34-36 

Ein paar Gedanken: 

Romano Guardini, ein herausragender christlicher Denker des 20. Jhdts, bemerkt in seiner Schrift „Der Herr mit Bedauern“:

Wir sagen wohl nicht zuviel, wenn wir meinen, das Bewusstsein von der Wiederkunft des Herrn habe auch im christlichen Leben keine ernsthafte Bedeutung mehr. Sie wird als fernes Ereignis angenommen – so fern, dass man sie auf sich beruhen lässt.“ 

Daher stelle ich heute die Frage. Inwieweit sind unser christliches Engagement, unser Glaube, unsere Werke der Nächstenliebe und unser Streben nach Vollkommenheit, kurzum all das, was uns Christen ausmacht, durch das Bewusstsein von der Wiederkunft des Herrn geprägt – inwieweit warten wir Christen von heute auf das Kommen des Herrn? 

Ein dreifaches Kommen des Herrn 

  • Wir werden zunächst des uns bekannten historischen Kommens des Herrn in der Vergangenheit gedenken, indem wir uns in Besinnung und Freude auf die Feier des Weihnachtsfestes vorbereiten. Jenes Kommen, das vor mehr als 2000 Jahren geschah, veränderte wesentlich das Antlitz der Welt und wirkt sich auch bis heute auf sie aus. 
  • Auch das zweite Kommen Christi, das uns geheimnisvoller als das erste erscheint und das wir vor allem in den Sakramenten erfahren, werden wir in der Adventzeit feiern. In jedem Gottesdienst kommt der Herr zu uns und bleibt unter uns. Wir haben ja das Versprechen: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen (Mt 18,20) 
  • Schließlich werden wir im Advent unsere Gedanken auf das dritte Kommen Christi richten. Es ist die Ankunft des erhöhten Herrn in Herrlichkeit am Ende der Zeiten. Außer Gott weiß niemand wann dieses Kommen sstattfinden wird. Wir wissen aber, dass es alle unsere Hoffnungen und Sehnsüchte erfüllen wird. 

Wichtig ist für uns alle: Jesus will zu uns kommen, ich aber muss seine Einladung hören und ihr folgen. Jesus wartet auf uns alle, auf dich, auf mich, auf euch! 

Hildegard von Bingen sagt dazu: „Gott klopft bei uns an.“ 

Ich wünsche allen eine gnadenvolle Adventzeit!

Weil die Liebe Gottes nie am Ende ist …

Die Liebe des Herrn, der sich für uns Sünder hingegeben hat, sei mit uns! 

Seit Beginn der Coronakrise habe ich Woche für Woche, während der Fastenzeit sogar zweimal pro Woche versucht, einige Gedanken mitzugeben. Nun mache ich einmal eine Pause, Messbesuche sind ja wieder mehr möglich. Eine Bitte aber hab ich noch: Beten wir weiterhin füreinander und miteinander. 

Zum 24. Sonntag im Jahreskreis  gebe ich noch das Tagesgebet des heutigen Sonntags  mit:
Gott, du Schöpfer und Lenker aller Dinge, sieh gnädig auf uns. 
Gib, dass wir dir mit ganzem Herzen dienen und die Macht deiner Liebe an uns erfahren. 
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen 

  1. Lesung: Sir 27,30-28,7: Verzeihen ist von uns gefordert, wie auch Gott immer wieder Verzeihung schenkt. 
  1. Lesung: Röm 14,7-9: Da wir als Getaufte Christus gehören, wollen wir so leben, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht. 
  1. Evangelium: Mt 18,21-35: Nur, wenn wir bereit sind, dem Mitmenschen von Herzen zu vergeben, wird auch uns vergeben werden. 

Zum Überdenken: 
Im Glauben  werden wir neue, Gott entsprechende Menschen. Damit sind wir auch in der Lage, so zu vergeben, wie Gott vergibt. Wenn wir versagen und die empfangene Vergebung nicht weitergeben, dann ist unser Leben kein Drama, sondern eine große Tragödie. 

Die unendliche Geschichte der Liebe Gottes muss in unserem Leben weitergehen, weil die Liebe Gottes nie am Ende ist. 
Im Gebet und in der Liebe mit euch verbunden – bleibt gesund! 
Euer OSR Alfred Gratzl, Diakon 

Ich bin mitten unter Euch!

Von der Polizei her ist uns der Spruch bekannt: „Wer wegsieht, macht mit!“ 
Wie oft kommt es vor, dass jemand verprügelt, oder eingesperrt wird, weil er oder sie dem Regime nicht passt – oder weil er ein Schwarzer in Amerika ist.
Aber wie oft hören wir auch bei uns, dass es im Schulhof, im Schulbus, oder unter Freunden nicht stimmt. Üble Nachreden über Ausländer nehmen die Runde – keiner, leider keiner sagt etwas dagegen, keiner nimmt Stellung dagegen.
Leider auch sehr verbreitet bei uns – wir alle sagen nichts dazu, vielleicht aus Angst, ausgespottet oder verlacht zu werden.  

Und doch – viele schlimme Dinge, die geschehen, könnten verhindert werden, wenn wir Menschen aufhören würden, wegzuschauen, wegzuhören, ja wenn wir den Mut aufbrächten, alleine oder mit anderen  sich einzumischen, sich einzubringen. 

Die Lesungen des heutigen Sonntags helfen uns in all den genannten Überlegungen: 
1. Lesung: Ez 33, 7-9: Zum Auftrag eines Propheten gehört es , die Menschen  vor zu einem falschen Weg   zu warnen – doch dieser Dienst wird ihnen von den Menschen selten belohnt. 
2. Lesung: Röm 13, 8-10: Die  Liebe  ist die Erfüllung des Gesetzes, denn das Gesetzt ohne Liebe ist unmenschlich. 
Evangelium: Mt 18, 15-20: Wir haben Verantwortung  für unsere Schwestern und Brüder,  beten wir für sie – der himmlische Vater wir sie sicher erhören.                   

Wo  zwei oder drei, in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.  

Die Hand Gottes führt uns …

Eine kurze Überlegung zum Evangelium am 22. Sonntag: Mt 16,21-27 Lesejahr A. 

Petrus sagt vorwurfsvoll zu Jesus: „ Das soll Gott verhüten!“ 
Haben wir vielleicht schon einmal weitergedacht, was denn geworden wäre, hätte sich Jesus von Petrus umstimmen lassen? – Es gebe keinen Grund für unsere Erlösung. 

In unserem Leben ist es ähnlich wie bei Jesus, seinen Jüngern und Petrus – viele negative Erfahrungen machen uns selbständiger, lassen unsere Kräfte wachsen. Ein Abschied, eine Trennung, ein scheinbar beruflicher Rückschlag –  jetzt in der Coronazeit bei manchen auch der Verlust der Arbeit – all das und noch viel mehr kann unser Leben verändern, uns  auch zum einem sinnerfüllteren Leben führen, es kann auch zu einer ungeahnten Hilfe werden. 

Wenn wir all das durchdenken und überlegen, dann können wir bestimmt die gute Hand Gottes sehen, Gott, der mich zu mehr Leben führen will, zum Leben in Fülle.  

So verstehen wir auch den Kernsatz des Evangeliums: Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren. Wer es aber um meinetwillen verliert, der gewinnt es für das ewige Leben. 

Ich wünsche Euch/dir und mir, dass wir alle zu einem Leben nach der Art Gottes kommen. 

Ihm sei Ehre in Ewigkeit – 21. Sonntag im Jahreskreis

Jesus Christus ist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes. Er sei mit euch – er ist mit uns allen. 

Unsere Schriftlesungen: 

  1. Lesung  Jes 22, 19-23: Der Tempelvorsteher wird abgesetzt – sein Nachfolger in Ehren eingesetzt und mit Vollmacht ausgestattet. 
  1. Lesung Röm 22,33-36: Paulus stimmt ein Loblied auf die Wege und Entscheidungen Gottes an. Ihm sei  Ehre in Ewigkeit. 
  1. Evangelium: Mt 16, 13-20: Für wen halten die Leute den Menschensohn?  Das Bekenntnis des Petrus zeugt von einer tiefen Beziehung: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes. 

Ich wende mich heute ganz besonders Paulus zu. Er ist ein ganz intelligenter Kopf seiner Zeit. Er hat in seinem Glauben und in seinem von Jesus gegeben Sendungsbewusstsein  den  Glauben, den Verstand und sein Herz miteinander verbunden. 
Im Sinne des Paulus möchte ich euch/Ihnen heute  folgende Besinnung mitgeben: 

  • Zu Dir kommen … Meine Lebensgeschichte vor dir ausbreiten … 
  • Keine Angst haben müssen, dass du zu mir sagst: Geht mich nichts an! 
  • Auftanken, Frieden finden, auch mit mir selbst,  Liebe verspüren, Stärkung empfangen. 

Herr, ich danke dir! 
Dir sei die Ehre in Ewigkeit! 

Mit Leib und Seele beim Herrn leben

In meiner Gymnasialzeit in Melk  war ich nie bei der Verbindung Nibelungia, sondern in der Marianischen Studentenkongregation im Seminar Melk. Als Kandidat hab ich mich ab der 5. Stufe als Sodale (Weihe an Maria) vorbereitet. Seither kommen immer wieder, auch heute noch, drei Gedanken, wenn ich auf das Fest Maria Himmelfahrt denke:

  1. Maria Himmelfahrt ist der festliche Ausdruck unseres Glaubens an den  auferstandenen Christus, den Sohn Gottes und der Jungfrau Maria. Der Tod ist für uns Menschen zwar unabänderlich, aber Gott  hat uns in der Auferweckung seines Sohnes ein Zeichen für den Sieg des Lebens über  den Tod gegeben. Und gerade darin wird uns Maria in diesem Fest zum Vorbild im Glauben. Gerade, wenn ich an Maria denke, fällt mir immer wieder Joh 8,12 ein: „Wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern gehen, sondern er wird das Licht des Lebens haben.“ 
  1. Die Aufnahme Mariens in den Himmel ist ein festlicher Ausdruck unseres Marienvertrauens. Wir vertrauen uns der Liebe und Sorge der Gottesmutter, der Mutter der Kirche und unser aller Mutter an: sie ist die Mutter der Menschen, sie ist unsere Mutter.  Von ihr dürfen wir lernen, Christus zu den Menschen zu tragen. Dadurch lernen wir mit sicheren Schritten als Christen durch dieses Leben zu gehen und in ihm die ewige Vollendung zu finden. 
  1. Das Fest Maria Himmelfahrt ist ein Zeichen der Hoffnung. Denn die feste Hoffnung unseres christlichen Glaubens besteht darin, dass wir Menschen mit Leib und  Seele beim Herrn leben werden. 

Christusglaube, Marienvertrauen und Menschenhoffnung – diese sind der Grund unserer Freude an diesem Tag. Und darum beten wir gemeinsam: 

Maria, unser Vorbild und unsere Fürsprecherin, lehre uns mit dir zu glauben, zu hoffen und zu lieben. 
Maria mit dem Kinde lieb, uns allen deinen Segen gib! 

WAHRHAFTIG, DU BIST GOTTES SOHN

Wir leben in einer unruhigen und unsicheren Zeit – die Coronaviren sind  nicht auf Urlaub und noch lange nicht vorbei. Ich frage mich, warum manche unserer Mitmenschen diese Gewissheit auf die leichte Schulter nehmen. Ich habe das in letzter Zeit leider mehrfach erlebt, dass manche ältere , aber auch jüngere Leute die Maskenpflicht in Supermärkten und Geschäften so auf die leichte Schulter nehmen, ebenso den Mindestabstand nicht einhalten. Viele Missstände könnte ich hier noch anführen, leider auch in der Kirche. 

Wir sind alle leicht verunsichert – das Gefühl der Unsicherheit und Ohnmacht beschleicht viele  Menschen und führt zu sehr auffälligen Verhaltensweisen – Astrologie, Wahrsagerei und Pseudoreligion stehen hoch im Kurs; viele resignieren und meinen, es kommt so, wie es kommt. 

Einen Anker bieten uns am 19. Sonntag im Jahreskreis dazu die Lesungen und das Evangelium: 

  1. Lesung: 1Kön 19,9a.11-13a : Gott tritt oft ganz anders in unser Leben ein, als wir Menschen das erwarten. 
  1. Lesung: Röm 9, 1-3: Gott spielt in unserem Leben eine wichtige Rolle – aber wie gehen wir mit anderen Menschen um? 
  1. Evangelium: Mt 14, 22 -33: Die Suche nach Gott, nach seiner rettenden Hand wird am stärksten, wenn Menschen wie wir in Not und Angst leben. Das erlebten die Jünger und das erleben auch wir. 

Die Erzählung vom Sturm auf dem See macht deutlich, was die Sicherheit der Kirche und jedes /jeder) einzelnen Gläubigen  sein kann:  Jesus streckte seine Hand aus und sagte: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“                                                              
Wir alle sind oft genug unterwegs auf dem Wasser, oft machen uns dabei  Zweifel und Angst zu schaffen;  und doch sind gerade die Momente der Unsicherheit eine besondere Gelegenheit die Hand des Herrn, die unsagbare Liebe und Sicherheit Gottes zu spüren, und auch zu ergreifen. 
Wir alle sind daher aufgefordert zu bekennen: WAHRHAFTIG, DU BIST GOTTES SOHN.“ 

Halten wir zusammen in Not, Angst, Unglück, Leiden und Schuld und beten wir : „Herr, auf dich vertraue ich!“ Denn, wenn Jesus bei uns ist, werden wir Sicherheit haben, wir werden zu ihm und immer mehr zueinander finden. 

Sich immer besser auf Gottes Liebe einzulassen …

Wir kennen alle das „Happy End“ im Kino, den dramatischen Schlussakkord in einer Oper, oder auch die spannende Auflösung im Kriminalroman. Ähnlich ist es auch im heutigen Evangelium (Mt 13,44-52)

Sieben Gleichnisreden hat Jesus gehalten – heute werden davon drei hervorgehoben , die die Wichtigkeit des Himmelreiches für uns Menschen und unseren Glauben herausstellen wollen. 

Das Gleichnis vom Schatz im Acker 
Ein Mann kaufte aus Freude über den Schatz den Acker – er legt alles an den Tag, um ihn zu besitzen.
Das heißt für uns: Wer die Gegenwart Gottes in seinem Leben durch den Glauben wahrnimmt, kann darüber nicht schweigen, denn Gott hat sich in Jesus Christus als Schatz geoffenbart. Daher dürfen und müssen wir froh und dankbar sein, ihn gefunden zu haben,  und im Glauben an ihn leben zu dürfen. Die Frage: Sind wir auf diese Weise Zeugen Gottes für unsere Mitmenschen? 

Das Gleichnis von der wertvollen Perle 
Ein Kaufmann verkauft alles, was er besitzt, um die wertvolle Perle zu erwerben. 
Das heißt für uns: Wer Gott gefunden hat, der entscheidet sich für ihn, ganz und gar. Aus dem Glauben heraus sind wir aufgefordert für das uns zu entscheiden, was einen bleibenden Wert hat. Teresa von Avila, eine Heilige, die ich besonders verehre, sagt dazu: „ Das, was genügt, ist Gott allein.“ 

Das Gleichnis vom Netz der Verantwortung 
Wir Menschen sind gerufen, auf das Wort Gottes eine Antwort zu geben – eine Antwort, die im Glauben an Gott, in der Hoffnung auf ihn und in der Liebe  zu ihm und unseren Mitmenschen vernehmbar ist. 

Der hl. Franz Xaver drückt das so aus: Sich immer besser auf Gottes Liebe  einzulassen und aus ihr zu leben. 

Im diesen Glauben und dieser Liebe zu Gott und den Mitmenschen verbunden 

                                                                             Ihr, Euer Diakon OSR Alfred Gratzl