Fest der Erscheinung des Herrn

Wir wollen heute noch auf die Krippe schauen – Ochs und Esel können manchmal dabei fehlen, wie auch bei uns in der Krippe der Kirche, aber die hl. 3 Könige fehlen nicht. 

6. Jänner – Fest der Erscheinung des Herrn    

Unser Bekenntnis:

Licht, das uns erschien, Kind vor dem wir knien: Herr, erbarme dich.

Dem sich der Himmel neigt, dem sich die Erde beugt:  Christus; erbarme dich. 

Glanz der Herrlichkeit, König aller Zeit: Herr, erbarme dich. 

Lasset uns beten: Allherrschender Gott, durch den Stern, dem die Weisen gefolgt sind, hast du den heutigen Tag den Heidenvölkern deinen Sohn geoffenbart. Auch wir haben dich schon im Glauben erkannt. Führe uns vom Glauben zur unverhüllten Anschauung deiner Herrlichkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. 

  1. Lesung: Jes 60,1-6: Die Weissagung aus dem Buch Jesaja hat sich erfüllt, als die Weisen  aus dem Morgenland zum Kind in der Krippe kamen und ihm Gold und Weihrauch brachten. 
  2. Lesung: Eph 3,2-3a.5-6: Nicht nur die Juden, sondern auch die Heiden haben teil an der Verheißung Gottes, die durch Christus ergangen ist. 
  3. Evangelium: Mt 2,1-12: Die Weisen aus dem Osten kamen mit Gaben zur Krippe – und gingen als Beschenkte heim in ihr Land. 

Eine alte russische Legende dazu: 

Es hätten sich nicht drei, sondern vier Könige aufgemacht, um das Kind in der Krippe anzubeten. Während die anderen drei jedoch ihren Weg gingen und über Jerusalem nach Betlehem fanden, verlief der Weg des vierten Königs nicht so geradlinig: Als Gabe für das Kind hatte er drei Edelsteine mitgenommen, die er dem Herrn der Welt schenken wollte. 

Auf seinem Weg fand er jedoch ein ausgesetztes, nacktes Kind, das aus fünf Wunden blutete. Er brachte es ins nächste Dorf und sorgte für das Kind, indem er es einer Frau zur Pflege gab – dafür gab er ihr einen Edelstein. 

Die Not dieses Kindes machte ihn sehr sensibel für alle Not und er gab die verbliebenen Edelsteine her, um einer Frau und ihrer Familie das Los der Sklaverei u ersparen, und ein Dorf im Krieg von der Zerstörung zu bewahren.  

Müde und traurig ging er weiter – sein Stern war erloschen. 

Er selbst war ganz arm geworden. Er kaufte aber einen Unglücklichen mit seinem eigenen Leben los und so wurde er für ihn als Sklave auf einer Galeere angekettet. Viele Fragen und Zweifel stiegen in seinem Herzen auf – doch da leuchtete ihm der Stern in  seiner Seele auf. Als er schließlich freigelassen wurde, kam er an die Tore einer fremden Stadt. Auf einem Hügel ragten drei Kreuze und über dem Kreuz in der Mitte blieb der Stern stehen, leuchtete noch einmal auf und erlosch. 

Da wusste der König: „Dieser ist der König der Menschen. Dieser ist Gott, der Heiland der Welt, den ich gesucht habe. Er ist mir begegnet in allen Menschen, die hilflos und  in Not waren. Ihm habe ich gedient, indem ich ihnen geholfen habe.“ 

Er sank unter dem Kreuz in die Knie und streckte seine leeren Hände dem Herrn entgegen; da fielen drei Tropfen Blut vom Kreuz in die Hände des Königs. Sie leuchteten mehr als jeder Edelstein. 

Eigentlich sehen wir uns selbst als  den vierten König vor der Krippe- und das Fest der Erscheinung des Herrn sendet uns mit ihm hinaus in den Alltag unseres Jahres, ja unseres Lebens. 

Die Liebe, die ihren Weg in der Krippe begonnen hat und uns alle liebt, liebt uns bis zum Tod am Kreuz. – Sie ist der Edelstein, der uns allen mitgegeben ist auf unserem Lebensweg. 

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