Familie

Heute kommen 2 Feste zusammen – ich bin hin und hergerissen: 

  • Das Fest des hl. Stephanus, er war einer der ersten Diakone und wurde wegen seines Glaubens und seiner Weisheit gesteinigt (seine Kleider legte man zu Füßen eines Mannes, der Saulus = Paulus hieß). 
  • Heute ist auch das Fest der hl. Familie.

Bei diesem Fest muss ich mich immer an meine Seminarzeit in Melk erinnern. Für uns war damals die hl. Familie ein leuchtendes Vorbild, es wurde uns immer als ein überaus idyllisches Bild vor Augen gehalten. Aber ich hatte damals große Probleme, denn ich konnte das nicht mitvollziehen, weil ich aus einer sehr armen Familie kam, in der es zeitweilig zu sehr angespannten Situationen kam, oft durch belanglose Äußerlichkeiten, oft auch durch das fehlende Geld; auftauchende Konflikte waren da – wir Kinder waren natürlich auch der Grund dafür. 

Das heutige Evangelium gibt mir heute Recht: Da ist von Elternvorsorge, von großem Mutterschmerz die Rede – und – von einem eigensinnigen Kind. 

Mir wurden im Laufe der Zeit, selbst als Familienvater, die schwierige Situation klar und bewusst, dass solche Fragen in unseren Familien nicht ausbleiben (es geht Ihnen sicher ähnlich). 

In der heutigen Lesung des Apostels Paulus find ich eine Reihe von Vorschlägen, wie unser Familiensein gelingen kann. 

Tragt und ertragt einander in Liebe! 

Paulus weiß, wo Menschen hautnah miteinander zu tun haben, da kommen Schwächen besonders gut heraus, da kommt es zu Spannungen. Paulus mahnt daher zur Geduld miteinander auf. Dabei gilt es, den anderen zu tragen, mitzutragen, ihn nicht fallen zu lassen. Wichtig ist, dass wir uns in der Familie nicht fallen lassen, sondern immer füreinander sind. 

Belehrt und ermahnt euch einander in aller Weisheit! 

Das heißt nicht zu den Schwächen des anderen zu schweigen. Gerade in der Familie und Partnerschaft muss es möglich und erlaubt sein, einander in Weisheit und Liebe zum richtigen Zeitpunkt auch auf Fehlverhalten hinzuweisen – dabei darf es nicht um Besserwisserei, oder den Standpunkt aus Vorzeiten gehen. 

Vergebt einander! 

Schuld kann und wird immer vorkommen, aber sie darf nicht trennen. Nur, wenn ich jeden Tag von Neuem vergebe , dann können wir zusammen gehören, können wir miteinander leben. 

Seid dankbar! 

Denken wir immer daran, dass gerade die Dankbarkeit ein Zeichen dafür ist, dass nichts selbstverständlich ist. Denn, wenn Zusammenleben gelingen soll und kann, dann ist gegenseitige Dankbarkeit notwendig und unersetzbar. 

Ich hoffe, dass ich mit meinen Gedanken ein bisschen Hilfe zu einem gelungenen Zusammenleben geben konnte. 

Bitten wir daher und deshalb unseren Herrn und Gott, um heilige Familien in und für unsere Zeit.

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