Zum 4. Adventsonntag

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

Francis Bacon
  • 1. Lesung: Mich 5,1-4a (5,2-5a) – Mit einem prophetischen Spruch an die Efratiter in Betlehem wird ein neuer David, der Israel führen wird, in Aussicht gestellt. 
  • 2. Lesung: Hebr 10,5-10 – dabei geht es nicht um den alttestamentlichen Opferkult, es geht um die Erfüllung des Willens Gottes. 
  • Evangelium: In der Begegnung Marias mit Elisabet wird die gläubige Offenheit Marias sichtbar, die der Welt Segen bringt. 

Im Fernsehen kann man in letzter Zeit immer wieder Werbungen sehen, in denen viele Produkte gerade zu Weihnachten gebracht werden. – Aber auch große Tische, hinter denen wichtige Männer und einige Frauen im Blickfeld stehen: Politiker, Unternehmer oder auch Gewerkschaftsbosse. Konferenzen nennt man das, und alle tun so so, als ob sie die Welt bewegen. Allerdings spricht nach einer Woche niemand mehr davon. 

Im Lukasevangelium wir heute etwas anderes geschildert: Ein kleines Dorf in den Bergen und dort sind zwei Frauen: Maria und Elisabet. Maria hat einen langen Weg hinter sich, um ihre Verwandte Elisabet zu besuchen. Maria ist noch eine sehr junge Frau, etwa 13 Jahre alt, Elisabet ist schon viel älter, an die 45 Jahre. Beide haben etwas gemeinsam: Sie erwarten ein Kind. 

Lukas lädt uns ein, bei beiden Frauen Gast zu sein – beide Frauen haben in den letzten Monaten viel erlebt. Beide hat ein Engel auf ihr Kind vorbereitet. Maria hat der Engel gesagt, dass ihr Kind der Erlöser der Menschen sein wird. Und ähnlich war es bei Elisabet, obwohl sie schon so alt ist, dass sie ein Kind erwarten wird, nämlich einen Boten, der dem Herrn vorangehen wird, einen mächtigen Propheten. 

Was in den beiden Frauen vor sich geht, das können wir nur erahnen. 

Elisabet wird vom Hl. Geist erfüllt und preist Maria mit lauter Stimme. Auch Maria preist Gott , der sie auserwählt und berufen hat, die Mutter des Erlösers zu sein. Indem die beiden Frauen sich begegnet sind, haben sie innerlich gespürt, welche Dinge im Augenblick geschehen. 

Tatsächlich hat sich in diesen Tagen und durch diese Frauen die Welt bewegt: Ihre beiden Kinder, Johannes und Jesus, werden der Welt ein neues Gesicht geben. Lukas sagt uns: So etwas geschieht nicht durch Menschen, die sich wichtig und bedeutsam geben , sondern durch einfache Frauen und damit auch durch einfache Menschen unter uns. 

Christus ist der Weg der Gottes- und der Nächstenliebe, auf dem wir jeder auf unsere eigene Art folgen sollen. Er setzt nicht durch und befiehlt, sondern er leitet uns durch diese Welt, damit wir uns in ihr nicht mehr verloren fühlen.

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