Eure Erlösung ist nahe …

Wir stecken mitten in der Pandemie – Corona schlägt wieder zu. Überall gibt es Einschränkungen, auch in der Kirche. Ich hoffe, dass ich in der nächsten Zeit mit meinen Gedanken zu den Adventsonntagen einen kleinen Beitrag leisten kann. 

1. Adventsonntag: Heute hören wir das Wort Jesu, das und aufrichtet: Eure Erlösung ist nahe! Denn er selbst, unser Herr und Erlöser, will uns begegnen in seinem Wort und in inniger Verbindung mit ihm. 

Tagesgebet: Herr, unser Gott, alles steht in deiner Macht; du schenkst das Wollen und Vollbringen. Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten, damit wir den Platz zu seiner Rechten erhalten, wenn er wiederkommt in Herrlichkeit. Er, der in der Einheit des Hl. Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Bibelstellen zum heutigen Tag: 

  • 1. Lesung: Jer 33, 14-16 
  • 2. Lesung: 1 Thess 3, 12-4,2 
  • Evangelium: Lk 21, 25-28.34-36 

Ein paar Gedanken: 

Romano Guardini, ein herausragender christlicher Denker des 20. Jhdts, bemerkt in seiner Schrift „Der Herr mit Bedauern“:

Wir sagen wohl nicht zuviel, wenn wir meinen, das Bewusstsein von der Wiederkunft des Herrn habe auch im christlichen Leben keine ernsthafte Bedeutung mehr. Sie wird als fernes Ereignis angenommen – so fern, dass man sie auf sich beruhen lässt.“ 

Daher stelle ich heute die Frage. Inwieweit sind unser christliches Engagement, unser Glaube, unsere Werke der Nächstenliebe und unser Streben nach Vollkommenheit, kurzum all das, was uns Christen ausmacht, durch das Bewusstsein von der Wiederkunft des Herrn geprägt – inwieweit warten wir Christen von heute auf das Kommen des Herrn? 

Ein dreifaches Kommen des Herrn 

  • Wir werden zunächst des uns bekannten historischen Kommens des Herrn in der Vergangenheit gedenken, indem wir uns in Besinnung und Freude auf die Feier des Weihnachtsfestes vorbereiten. Jenes Kommen, das vor mehr als 2000 Jahren geschah, veränderte wesentlich das Antlitz der Welt und wirkt sich auch bis heute auf sie aus. 
  • Auch das zweite Kommen Christi, das uns geheimnisvoller als das erste erscheint und das wir vor allem in den Sakramenten erfahren, werden wir in der Adventzeit feiern. In jedem Gottesdienst kommt der Herr zu uns und bleibt unter uns. Wir haben ja das Versprechen: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen (Mt 18,20) 
  • Schließlich werden wir im Advent unsere Gedanken auf das dritte Kommen Christi richten. Es ist die Ankunft des erhöhten Herrn in Herrlichkeit am Ende der Zeiten. Außer Gott weiß niemand wann dieses Kommen sstattfinden wird. Wir wissen aber, dass es alle unsere Hoffnungen und Sehnsüchte erfüllen wird. 

Wichtig ist für uns alle: Jesus will zu uns kommen, ich aber muss seine Einladung hören und ihr folgen. Jesus wartet auf uns alle, auf dich, auf mich, auf euch! 

Hildegard von Bingen sagt dazu: „Gott klopft bei uns an.“ 

Ich wünsche allen eine gnadenvolle Adventzeit!

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