15 Sonntag im Jahreskreis

Als 40jahrelanger Lehrer und fast 30jahrelanger Direktor habe ich wieder einmal Ferien. Daher melde ich mich in dieser Zeit nur jeden Sonntag – deswegen, weil ich gute Rückmeldungen dazu habe, die mich dazu bestärken. 

Umsonst, so klagen viele Eltern, waren all die vielen Erziehungsmethoden, unsere Kinder zu selbständigen Menschen zu erziehen, und natürlich nach religiösem Vorbild – aber sie sind ganz andere Wege gegangen.
Umsonst,  klagen die Lehrer, trotz aller Anstrengungen nach den Regeln der modernen Pädagogik – kein Interesse. 
Umsonst,  klagen auch wir Seelsorger – trotz moderner Lieder und Gottesdienstgestaltung – nichts bewegt. 

Ist, so fragen wir nach dem Grund unseres heutigen Evangeliums, das Wort Gottes  wirklich so chancenlos – ist es, wenn wir an immer leerer werdende Kirchen denken, bedeutungslos geworden? 

Manchmal, wenn ich an einem Sonntag die Predigt halte, dann denke ich: Es hat zwar nichts genützt, aber geschadet hat sie auch nicht. Aber des Öfteren habe ich noch am gleichen Tag   einen Anruf oder eine Rückmeldung bekommen, indem sich jemand für diese Predigt bedankte. 

Daher heute meine Zuversicht – kein Wort ist umsonst – das Wort Gottes wird auch in uns hundertfache Frucht hervorbringen, allerdings nur, wenn wir ein aufgeschlossener, aufnahmebereiter und begeisterungsfähiger Ackerboden sind. 

Jesus hat es verstanden, buchstäblich Himmel und Erde zusammenzubringen. 
Er verspricht uns allen: Das Leben lohnt sich, denn bei Gott geht nichts verloren.  

Die Bibelstelle ist bei Mt 13, 1-9, dazu auch die Lesung Jes 55, 10-12.